Personendatenbank
Der Telota-"Archiv-Editor"
Das Akademienvorhaben Preußen als Kulturstaat erforscht das Verhältnis von Staatsbildung, Kultur und Zivilgesellschaft im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Ziel ist es, das Zusammenwirken wie Gegeneinander gesellschaftlicher und bürokratischer Kräfte dieses sozial, kulturell und regional unterschiedlich strukturierten europäischen Machtstaats auszuleuchten. Umfängliche archivalische Überlieferungen enthalten hierfür eine unverzichtbare Quellenbasis, wie sie vor allem aus den zentralstaatlichen Akten Preußens hervorgehen.
Akten sind nicht gegliedert wie Bücher, die das Ergebnis geistiger Arbeit an einer Fragestellung sind und den Gedankengang ihres Verfassers strukturiert wiedergeben. Akten sind das Produkt von Verwaltungshandeln. Diese Archivalien vereinen in sich nicht selten völlig verschiedene Vorgänge, die freilich wichtige Details und Zusammenhänge für mehrere Fragestellungen freigeben. Finden sich nun in einer solchen Akte sowohl wichtige Schriftstücke über das staatliche Vorgehen gegenüber der Landeskirche und der sich separierenden religiösen Minderheiten als auch bislang unbekannte biografische Angaben zu deren führenden Figuren, so sind beides wichtige Funde, die es für die spätere wissenschaftliche Auswertung festzuhalten gilt. Der Historiker lebt von solchen archivalischen Funden, mit denen er Entwicklungen oder Ereignisse rekonstruieren, erklären sowie zweifelsfrei belegen kann. Die Fülle an Fakten, Zusammenhängen und Fundorten jedoch überfordert sein individuelles Gedächtnis und interessante, gerade erst aus den Aktenbergen zutage gebrachte Einzelheiten drohen sogleich erneut in Vergessenheit zu geraten. Bei umfassendem Aktenstudium steht der Historiker somit vor dem Problem, in seinen eigenen Arbeitsmaterialien die unterschiedlichsten Sachverhalte einer Akte effizient und strukturiert festzuhalten, sie dabei stets an ihrer Quelle zu verorten und darüber hinaus möglichst für die eigene Fragestellung abfragbar aufzubereiten. Hierfür wurden im Rahmen des TPM neue Wege eröffnet.
Mit Hilfe des Archiv-Editors können aus den Akten exzerpierte Vorgänge so erfasst werden, dass eine umfassende Suche und systematische wissenschaftliche Auswertung der Daten aller Mitarbeiter möglich ist. Des Weiteren können die Daten, die in einer an den Editor angebundenen, lokalen Version der nativen XML-Datenbank eXist gespeichert werden, in diverse Formate wie HTML, PDF oder XML exportiert werden.

Abbildung 1: Der Archiv-Editor.
Der Editor bietet in der Grundansicht einen Überblick über alle Personen und Quellen, die in der Datenbank gespeichert sind. Wählt man eine der Personen oder Quellen aus, so werden die entsprechenden Ereignisse in den Editor geladen. Ein Ereignis ist in diesem Fall ein aus der Akte in den Editor übertragener Aktenvorgang, der relevante Informationen zu einer Person enthält.
Ein Ereignis besteht aus verschiedenen Komponenten, die über das Ereigniserfassungsfenster eingegeben und modifiziert werden können. Eine dieser Komponenten ist das Datum, das der einheitlichen Erfassung wegen aus Auswahllisten zusammengestellt wird. Dabei ist es möglich unscharfe Datumsangaben zu verwenden, wie zum Beispiel »vor 1850« oder »Sommer 1867«. Jedes Ereignis ist einer Kategorie, einer Art Schlagwort, zugeordnet. Eine zusätzliche Auswahlliste enthält Unterkategorien, die es ermöglichen, ein Ereignis weiter zu spezifizieren. So kann man einem Ereignis aus der Kategorie »Person« die Unterkategorie »Geburt« zuweisen. Die Kategorien sind nicht vom Editor vorgegeben, sondern können über eine Konfigurationsdatei beliebig ergänzt oder verändert werden.
Der eigentliche Text, der aus der Akte übertragen wird, steht im Ereignistextfeld. Diesem Text können aus den frei konfigurierbaren Eigenschaftsauswahllisten normierte Informationen mitgegeben werden, indem die gewünschte Eigenschaft aus einer Liste ausgewählt wird. Sind Teile des Ereignistextes mit Eigenschaften verbunden, erscheinen diese grün hinterlegt. Typ und Inhalt der Eigenschaft können über einen Klick mit der rechten Maustaste auf den grünen Bereich in Erfahrung gebracht werden. Eigenschaften sind Informationen, die andere Informationen aus dem Ereignistext näher bestimmen. So können zum Beispiel unterschiedliche Schreibweisen von Namen oder Abkürzungen durch ein kontrolliertes Vokabular leicht für die Suche zugänglich gemacht werden.

Abbildung 2: Das Ereigniserfassungsfenster zum
Bearbeiten und Anlegen von Ereignissen.
Zu jedem erfassten Ereignis muss eine Quelle angegeben werden, welche
man aus einer Liste bestehender Quellen auswählen kann. Diese Liste
kann durch die Mitarbeiter beliebig erweitert werden.
Die Daten einer Person können in verschiedenen Formaten gespeichert werden. Neben den Formaten XML und Text werden auch HTML und PDF angeboten. Datenauswahl und Gestaltung können beliebig beeinflusst werden. Die nötigen Kenntnisse vorausgesetzt, ist die Gestaltung der Ausgabe der Personendaten völlig flexibel. Die Suchfunktion basiert auf der vom W3C vorgeschlagenen XQuery-Technologie zur Abfrage von XML-Datenbanken.
Um die offline erarbeiteten Daten zugänglich zu machen, wurde eine zentrale Instanz der Datenbank eingerichtet, welche alle Daten aller Mitarbeiter enthält und über das Internet erreichbar ist. Diese Datenbank kann direkt aus dem Archiv-Editor heraus mit den Arbeitsergebnissen der einzelnen Projektmitarbeiter gespeist werden. Im Gegenzug wird die lokale Datenbank des Editors auf den aktuellen Stand gebracht. So hat jeder Mitarbeiter nach einer Synchronisierung immer eine aktuelle Version der Datenbank mit im Archiv. Die zentrale Datenbank kann über eine Webseite abgefragt werden. Theoretisch ist hier ebenfalls ein Export in verschiedene Formate denkbar.
Realisiert wurde der Editor mit der Programmiersprache Java. Er läuft sowohl auf Microsoft Windows, als auch auf Macintosh- und Linux-Systemen. Einzige Voraussetzung ist, dass eine Java Laufzeitumgebung in mindestens der Version 5 installiert ist. Der Archiv-Editor steht zum freien Download bereit.
Die Daten einer Person können in verschiedenen Formaten gespeichert werden. Neben den Formaten XML und Text werden auch HTML und PDF angeboten. Datenauswahl und Gestaltung können beliebig beeinflusst werden. Die nötigen Kenntnisse vorausgesetzt, ist die Gestaltung der Ausgabe der Personendaten völlig flexibel. Die Suchfunktion basiert auf der vom W3C vorgeschlagenen XQuery-Technologie zur Abfrage von XML-Datenbanken.
Um die offline erarbeiteten Daten zugänglich zu machen, wurde eine zentrale Instanz der Datenbank eingerichtet, welche alle Daten aller Mitarbeiter enthält und über das Internet erreichbar ist. Diese Datenbank kann direkt aus dem Archiv-Editor heraus mit den Arbeitsergebnissen der einzelnen Projektmitarbeiter gespeist werden. Im Gegenzug wird die lokale Datenbank des Editors auf den aktuellen Stand gebracht. So hat jeder Mitarbeiter nach einer Synchronisierung immer eine aktuelle Version der Datenbank mit im Archiv. Die zentrale Datenbank kann über eine Webseite abgefragt werden. Theoretisch ist hier ebenfalls ein Export in verschiedene Formate denkbar.
Realisiert wurde der Editor mit der Programmiersprache Java. Er läuft sowohl auf Microsoft Windows, als auch auf Macintosh- und Linux-Systemen. Einzige Voraussetzung ist, dass eine Java Laufzeitumgebung in mindestens der Version 5 installiert ist. Der Archiv-Editor steht zum freien Download bereit.
