Leibniz VIII
An der Berliner Arbeitsstelle der Leibniz-Edition werden seit 2001 die naturwissenschaftlichen, medizinischen und technischen Schriften von Gottfried Wilhelm Leibniz als Reihe VIII der historisch-kritischen Gesamtausgabe G.W. Leibniz, „Sämtliche Schriften und Briefe“ ediert. Dafür wurde eine spezielle Internet-Edition entwickelt, in der die Arbeitsergebnisse sukzessive und mit Blick auf die onlinespezifischen Möglichkeiten präsentiert werden. Demnächst soll nun der erste Band der Reihe VIII auch als Print-Ausgabe erscheinen.
Anstelle einer kompletten Neusetzung des Materials wurde zu diesem Zweck die TELOTA-Initiative der BBAW mit der Entwicklung eines geeigneten Zielformats sowie der automatischen Konvertierung der Daten beauftragt.
Die Hauptherausforderung bestand dabei darin, eine digitale Version, die über den Browser in unterschiedlichen Ansichten angezeigt werden kann, so dass für den Nutzer die Möglichkeit, je nach Interesse Informationen ein- und auszublenden, in eine Druckfassung zu überführen, die die gesamte Information statisch abbildet.
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| Leibnizedition im Internet |
Leibnizedition im Druck ![]() |
Neben den Grafiken, Marginalien und editorischen Kommentaren – im Internet in Form von Pop-up-Fenstern realisiert - betraf dies insbesondere die Darstellung der Textgenese: Während der Nutzer der Internet-Edition den Schreibprozess von Leibniz durch das sukzessive Einblenden der Einfügungen, Streichungen und Änderungen durch den Autor nachvollziehen kann, musste für den Druck ein „Lesetext“ definiert werden – in unserem Falle die letzte Version des Leibnitzschen Manuskripts. Die einzelnen Schritte der Entstehung dieser letzten Version wurden mit Hilfe eines kritischen Apparats abgebildet.
Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Berliner Leibniz-Arbeitsstelle wurde entschieden, für die Druckvorlagen ein LaTeX-Format zu verwenden. Dazu bedienen wir uns der Dokumentklasse scrbook (mit scrpage2), die gegenüber den Standard-LaTeX-Klassen erweiterte Möglichkeiten – etwa der individuellen Anpassung der Darstellung von Kolumnentiteln, erlaubt. Besonders wichtig ist für unsere Zwecke aber das ledmac-Paket, weil es uns den Aufbau eines kritischen Apparats mit zwei Serien von Fußnoten – jeweils einer für die Textgenese und die Kommentare der Editoren - ermöglicht. Darüber hinaus bietet ledmac die Möglichkeit, die Zeilen des Lesetextes zu nummerieren und diese Nummerierung für die Anbindung der Fußnoten des kritischen Apparats zu nutzen.
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| Ausschnitt aus einer Druckvorlage mit Zeilennummern und kritischem Apparat |
Die Transformation der xml-Daten aus der Internet-Edition nach LaTeX erfolgt in zwei Schritten mit Hilfe von XSLT-Scripts. Dabei wird im ersten Schritt das Ausgangsformat vereinheitlicht und insbesondere die Überführung der geschachtelten Ebenen-Darstellung in getrennte Bereiche „Lesetext“ und „kritischer Apparat“ geleistet. Im zweiten Schritt geschieht die Umsetzung des XML- in das LaTeX-Format. Wichtige zusätzliche Information, z.B. über die Anknüpfung einer Fußnote an ein konkretes Wort in einer gegebenen Zeile, das sog. „Lemma“, wird ebenfalls in diesem Schritt aus den XML-Daten extrahiert.




