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Bedenbender

Almuth Bedenbender (Deutsches Rechtswörterbuch, HAW):

Deutschsprachige Rechtsquellen: Edition nach Originaldrucken

des 15. und 16. Jahrhunderts (DRQEdit)


Das Projekt DRQEdit hat das Ziel, den überwiegenden Teil der deutschsprachigen juristischen Erstdrucke und Bearbeitungen bis zum Jahr 1600 als Images und Volltext zu digitalisieren, zu erschließen und über das Internet verfügbar zu machen. Inhaltlich geht es damit um die Zeit der Rezeption des Römischen Rechts im deutschen Sprachraum - um die Übernahme des an den Universitäten gelehrten Ius commune in Normtexte und juristische Gebrauchsliteratur. Dabei handelt es sich nach den bisherigen Recherchen um etwa 450 Werke und etwa 90.000 Seiten.
Die Drucke werden von den kooperierenden Bibliotheken gescannt und in ihre eigenen digitalen Bibliotheken integriert. DRQEdit stellt in dieser Hinsicht eine Art Portal für das Quellencorpus dar. Der Schwerpunkt bei der Projektarbeit liegt in der Volltexterfassung und der inhaltlichen Texterschließung.
Die Texterfassung erweist sich bei Fraktur-Drucken des 15. und 16. Jahrhunderts oft als schwierig. Die Formvarianz mancher Buchstaben ist ausgesprochen hoch; diakritische Zeichen sind in vielen Fällen nicht eindeutig zu lesen; das Druckbild lässt oft nicht klar erkennen, wo die Wortgrenzen sind. Deshalb ist sowohl eine intensive Schulung derer erforderlich, die die Texte abschreiben, als auch die Überprüfung der Resultate nach Plausibilität und die Festlegung von Editionsregeln für Zweifelsfälle. Die Menge der zu bearbeitenden Texte lässt zwar nicht den Zeitaufwand zu, der bei der Edition eines Einzeltextes möglich ist, durch die Verknüpfung mit dem digitalen Faksimile hat der Benutzer aber jederzeit die Möglichkeit, die editorischen Entscheidungen zu hinterfragen.
Die Arbeit an den Texten erfolgt im wesentlichen mit dem Open-Source-Texteditor jEdit, unterstützt durch Perlskripte. jEdit lässt sich in vielerlei Hinsicht an die eigenen Bedürfnisse anpassen und durch Makros und Plugins erweitern, wodurch nicht nur die Arbeit mit XML erleichtert werden kann, sondern auch Zusatzfunktionen wie etwa die Parallelisierung von Volltext und Seitenfaksimile oder die kontrollierte Verschlagwortung eingebaut werden können. Die Texte werden weitgehend entsprechend der TEI-DTD ausgezeichnet. Für die praktische Arbeit hat es sich allerdings als sinnvoll erwiesen, manche Dinge temporär durch bestimmte Codierungszeichen anstelle von Tags festzuhalten. Dieses Verfahren wird durch das individuell konfigurierbare Syntax-Highlighting von jEdit unterstützt.
Die Texte, um die es in diesem Projekt geht, stehen in einem engen inhaltlichen Zusammenhang und zeichnen sich durch vielfache intertextuelle Bezüge aus. Zum einen enthält die populäre Rechtsliteratur eine Vielzahl von oft schwer verständlichen Verweisen (Allegationen) auf Stellen aus dem Corpus iuris civilis und aus den darauf bezogenen mittelalterlichen Kommentaren. Zum anderen stehen die Normtexte häufig in Abhängigkeit von älteren Texten, ohne dass diese Abhängigkeit explizit erwähnt wird. Hier ergeben sich besondere Aufgaben für eine digitale Edition.
Homepage: www.drqedit.de

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