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Buschmeier Veit

Gabriele Buschmeier (Union der Akademien der Wissenschaften, Mainz),

Joachim Veit (Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe, Detmold/Paderborn):

XML-Briefcodierung mit TEI P 5 im Kontext der Weber-Gesamtausgabe


Innerhalb der Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe (WeGA) stellen Briefe, Tagebücher und Schriften ein vielfältig aufeinander bezogenes Netzwerk von Texten dar, dessen Teile erst im Kontext der schriftlichen Hinterlassenschaft des Komponisten bzw. durch die Berücksichtigung seines gesamten schriftstellerischen, kompositorischen und organisatorischen Tätigkeitsfeldes adäquat beurteilbar sind. Im Laufe der Kommentierungsarbeiten zeigte sich, daß es eine Vielzahl von Materialien gibt, die als gemeinsame „Bezugstexte“ an zentrale Stelle ausgelagert werden können, wenn sie andererseits durch ein Verweisungssystem wieder in die Edition eingebunden sind. Auf diese Weise lassen sich Redundanzen bereits in einer gedruckten Ausgabe drastisch reduzieren, sehr viel vorteilhafter läßt sich ein solches Konzept aber digital verwirklichen. Die WeGA hat zunächst begonnen, solche sekundären Bezugstexte in XML-Strukturen abzubilden (Aufführungsbesprechungen, Rezensionen, Spielpläne, Personendaten; vgl. http://www.weber-gesamtausgabe.de/fffi-db), bevor sie sich den eigentlichen Primärtexten zuwandte, die TEI-kompatibel ausgezeichnet werden sollen.
Für Briefe und Tagebücher existiert jedoch innerhalb der TEI kein eigenes Segment; die vorhandenen Elemente und Attribute lassen sich vielfach nicht ohne Modifikation ihres bislang beschriebenen Bedeutungsraums auf diese Gattungen anwenden. Andererseits erzeugt die Offenheit des Systems, die unterschiedlichste Lösungen nebeneinander erlaubt, Unsicherheiten, während unvollständige Definitionen zu mißbräuchlichem Gebrauch von Elementen führen können.
Bei der Entwicklung eines Musters zur Auszeichnung von Briefen war daher von Anfang an klar, daß eine individuelle Lösung zu (unnötigen) Inkompatibilitäten mit anderen Editionsunternehmen führen würde. Da innerhalb der Musikerbrief-Editionen die von der Akademie der Wissenschaften 1997 veröffentlichten „Richtlinien-Empfehlungen“ zu einer erfreulichen Vereinheitlichung geführt haben, entstand die Idee, ähnliche Musterlösungen auch für digitale Briefeditionen anzustreben, diese aber möglichst auf einer fachübergreifenden Ebene zu erarbeiten. Dieser Versuch sollte zunächst innerhalb der Vorgaben von TEI P 5 bleiben, also nicht – wie etwa in dem verdienstvollen, auf P 4 beruhenenden holländischen DALF-Projekt – von vornherein briefspezifische Erweiterungen vorsehen.
Die TEI-Arbeitsgruppe "Briefe und Tagebücher" der Mainzer Akademie der Wissenschaften hat sich im September erstmals mit einem entsprechenden, von der WeGA gemeinsam mit dem DFG-Projekt „Digitale Musikedition“ vorgelegten Auszeichnungs-Modell (vgl. http://www.adwmainz.de/index.php?id=492) befaßt, das die Probleme im Bereich der Metadaten und des Text-Markups illustriert. Mögliche Konflikte mit den Vorgaben von P 5, aber auch die Chancen konsensfähiger Musterlösungen sollen auf einer Tagung in Paderborn im Dezember 2007 ausführlicher diskutiert werden (vgl. http://www.edirom.de/index.php?id=28). Ein Spezialproblem stellen dabei Tagebücher dar, bei denen in stärkerem Maße als dies bei TEI eigentlich vorgesehen ist, äußere Merkmale der Notierten (etwa dessen räumliche Anordnung) als inhaltlich bedeutend mitcodiert werden müssen.
Erst auf der Basis fester, aber modular aufgebauter Musterlösungen lassen sich Werkzeuge zur komfortableren TEI-konformen Eingabe bzw. Auszeichnung der Texte entwickeln – aber zugleich könnten solche, didaktisch gut aufbereiteten Muster eine Chance darstellen, um mehr Editoren für eine Beteiligung an den Zielen der TEI zu gewinnen.
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